Rauchmelder – Plicht oder doch eher freiwillig?

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Immer wieder höre oder lese ich die Frage, muss ich denn nun einen Rauchmelder in meiner Wohnung anbringen oder nicht? Ganz so einfach ist diese Frage wohl nicht für jeden zu beantworten, denn in der Tat gibt es nicht nur das „Muss oder Muss nicht?“ sondern auch das Wo? Welcher? und Wartung? was man im Hinterkopf haben muss.

Erst kürzlich stand ich wieder im Baumarkt und konnte eine dort ausgestellte Karte von Deutschland betrachten, wo sind und seit/ab wann. Denn Es gibt (oder vielmehr gab) Unterschiede ob Neubauten, Sanierungen oder Bestandsbauten und auch die Bundesländer handhabten die Fristen unterschiedlich. Grundsätzlich kann man aber heute sagen, dass bis 31.12.2016 jeder Haushalt mit Brandschutzmeldern ausgestattet sein muss!

 

Die nächste Frage, die es zu klären gibt ist, wie viele muss man anbringen und welche sind die besten?

Auch bei dieser Frage gibt es ziemlich klare Vorgaben – alle Schlaf- und Kinderzimmer müssen einen Brandmelder erhalten und Flure, die als Fluchtweg dienen ebenso. Optimal sind auch Büros und Wohnzimmer ausgestattet. Lediglich Küchen sind wegen ihrer manchmal großen Rauchmeldung vom Herd und Badezimmer wegen der sehr hohen Luftfeuchtigkeit vor allem beim Duschen sind von der Pflicht ausgenommen. Bei einer 3-Raum-Wohnung wie unserer entspricht dass somit 3 Pflichtmelder und 1 Optionalmelder (Wohnzimmer). Da wir hier oft auch Übernachtungsgäste schlafen haben, fiel die Wahl für uns sehr leicht auf Pflicht im Wohnzimmer. 🙂

Welcher Rauchmelder soll es sein?

Wer einmal im Baumarkt war und die breite Auswahl an verschiedenen Geräten angesehen hat, steht ganz sicher nun vor dieser Frage. Hier gibt es Geräte mit Funkverbindung untereinander, mit unterschiedlich langer Batterielaufzeit, Sonderausstattung, LED-Anzeite der Funktionalität und nicht zu letzt der Preis. Da findet man Geräte für unter 5 Euro das Stück, aber auch von 30 Euro und mehr – welcher ist denn nun der perfekte?

Bei der Auswahl sollte man sicherlich darauf achten, dass die Lebensdauer nicht nur 1-2 Jahre beträgt, denn wer will ihn schon so oft austauschen und erneut Geld auf den Tisch legen? Auf kleinere „Luxus“-Ausstattungen wie LED-Anzeige des Betriebs oder Funkverbindung untereinander hingegen, kann man sicherlich auch verzichten. Manch einer reagiert auch negativ auf so ein Licht im Schlafzimmer z.b.

 

Für unsere Wohnung haben wir in Absprache mit dem Vermieter (ok, wir haben gefragt wann er sie anbringen will bis Ende des Jahres oder ob wir das machen sollen) 4 Rauchmelder gewählt wie oben bereits erwähnt. Die Wahl fiel auf pyrexx PX-1 ganz ohne viel Schnickschnack. Kostenpunkt je Melder um die 20-25€ je nach abgenommener Menge. Auch die einfache Montage spielte bei der Entscheidung eine Rolle. Wer Bedarf hat, kann den PX-1 sogar mit Farbe farblich der Umgebung anpassen. Für uns nicht so wichtig, da wir sowieso weiße Decken haben, aber sicherlich für den ein oder anderen.

Wie wird der Brandmelder richtig montiert?

Hiervor hat man wohl den meisten Respekt, denn einfach an die Decke hängen ist nicht gleich korrekt. Man muss bestimmte Abstände zu den Deckenrändern einhalten, Lampen oder Heizungen dürfen nicht in direkter Nähe sein und sollte man einen Kamin als mögliche Feuerquelle haben, muss auch hier der Abstand stimmen. Beim von uns gewählten pyrexx PX-1 gibt es z.b. in der mitgelieferten Betriebsanleitung auf Seite 16 eine wunderbare Grafik, wo ein Rauchmelder Pflicht ist, wo optional und wo er nicht hin darf. Auf den folgenden Seiten werden auch Einzelfälle wie schräge Wände, schmale Flure etc. noch einmal genauer beschrieben. Am Ende wird jedes Gerät am perfekten Platz sitzen. Versprochen. 🙂

Die Anbringvariante per Klebepad oder mit Bohrung hingegen, kann ganz nach persönlicher Vorliebe gewählt werden. Wir haben die einfache Variante per Klebepad gewählt, denn wieso mehr Arbeit machen als nötig? Sollte das Pad irgendwann doch mal nachlassen, kann man immer noch eine Bohrung vornehmen.

Gerne möchte ich euch die einfache Montage per Video zeigen. Momentan streikt aber die Übertragung von Kamera zum PC so dass ihr euch da ein wenig gedulden müsst. Die Montage ist aber in 1-2 Minuten erledigt und den ersten Funktinscheck eures Gerätes habt ihr dann auch bereits erledigt.

Wartung und Austausch

Die große Frage nach dem Anbringen – wer muss die Wartung übernehmen, durchführen und vor allem zahlen?

Das Gesetz hat das sehr einfach geregelt, wer ihn anbringt, muss die Wartung durchführen. Bringt der Vermieter die Geräte an, muss er die Einhaltung der Fristen wahren, die Kosten erstmal übernehmen und diese später über die Betriebskosten wieder auf die Mieter umlegen. So sollen wohl ca. 5-8 € auf die Miete draufkommen maximal, heisst es. Hat der Mieter die Rauchmelder vielleicht schon seit langem selbst angebracht, muss er sich um alles kümmern. Dann darf er die Geräte bei einem Auszug natürlich auch abnehmen und mitnehmen – oder der Vermieter kauft sie später ab.

In unserem Fall haben wir die Rauchmelder besorgt und angebracht, die Kosten bekommen wir vom Vermieter erstattet. So gehen sie in sein Eigentum über (praktischer auch wenn ein Mieterwechsel stattfindet, dann weiss der Vermieter wie alt die Geräte sind und wann ein Austausch stattfinden muss). Mietmehrkosten werden wir wohl nicht erwarten müssen, da ist unser Vermieter sehr kulant immer.

Auch den kleinen Selbsttest auf korrekte Funktion können wir sicher 1x im Jahr selbst übernehmen. Dass die Geräte staubfrei bleiben, dafür sorgt man ja schon allein beim Entfernen von evtl. Spinnweben an der Decke. 🙂

Wie sieht es bei euch aus. Habt ihr bereits Rauchmelder installiert? Wurden sie vom Vermieter angebracht oder habt ihr diesen Part übernommen? Welche Geräte habt ihr ausgewählt und aus welchen Gründen?

Auch wenn man hoffentlich nie den Einsatz der Geräte in natura erleben möchte, sie geben ein viel sicheres Gefühl.

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4 Kommentare zu “Rauchmelder – Plicht oder doch eher freiwillig?

  1. Erst einmal vielen Dank für diesen informativen Artikel. Es ist sicherlich eine gute Sache und jeder sollte auch ein gewissen Eigeninteresse daran haben einen Rauchmelder in der eigenen Wohnung bzw. im Haus anzubringen. Bis dato habe ich es noch gemacht, ganz einfach weil ich mich noch nicht mit diesem Thema auseinander gesetzt habe. Werde es aber demnächst angehen. Eine Frage hätte ich allerdings noch an dich, die sich mir stellt. Was passiert eigentlich, wenn man bis zum 31.12.2016 keinen Rauchmelder installiert? Ich vermute mal der der Versicherungsschutz im Brandfall verwirkt, aber gibt es noch weitere Auswirkungen wie Strafzahlungen oder ähnliches?

    • Hallo Tanja,
      leider mochte WordPress meine Kommentare vom Handy aus nicht veröffentlichen. Daher nun nach Rückkehr aus dem Urlaub hier. ?

      Ich glaube nicht, dass irgendwie kontrolliert wird, ob jeder Brandmelder angebracht hat. Da auch noch nicht richtig geklärt ist, wer denn nun die Anbringpflicht genau erledigen muss – Vermieter oder Mieter – wird es da auch so schnell keine Strafzettel geben.

      Wir hatten das Glück, dass unser Vermieter da sehr kulant ist und uns die Gerätekosten erstattet hat. Das Anbringen ist ja kinderleicht – auch ohne Bohren möglich. Lediglichh die Betriebsdauer muss man im Auge behalten, da es ja Geräte mit 1-12 Jahre gibt. Manche Geräte sind mit wechselbaren Batterien versehen – dafür halten sie nicht lange. Andere wie unsere Geräte, haben fest verbaute und damit langlebigere Batterien. Dank praktischer App können wir sie auch noch auf dem Handy im Auge behalten und werden an Wartungen erinnert.

  2. Hi, toller Beitrag danke. Im Text steht, dass du noch ein Video hochladen willst. Ich habs leider nicht gefunden, kommt das noch?

    • Hallo Steffi,
      ja das ist richtig. Doch da wir direkt nach dem Veröffentlichen des Artikels in den Urlaub geflogen sind, jetzt nach der Rückkehr am Routine zurückholen sind, wird es noch ein wenig Zeit dauern. ?

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